Hundeerziehung Welpe

Vom süßen Welpen zum gut erzogenen Lebensbegleiter

Hundeerziehung für einen Welpen ist in erster Linie eines: zum Quietschen süß. Und wenn ein Geschäft auf den Teppich geht, dann wird das anfangs nicht krumm genommen und vielleicht sogar drüber gelacht. Doch Hundeerziehung beginnt noch vor der Trennung von der Mutter. Denn viele Situationen erlebt ein Welpe bereits, bevor er bei seinen Menschen fürs Leben einzieht. Ein Klingeln an der Wohnungstür oder Kontakt mit Kindern zum Beispiel. Erfahrungen die hier gemacht werden, erleichtern oder erschweren die Erziehung. 

Wie Hund und Halter zueinander finden

Die Entscheidung für einen Hund ist gefallen. Mit Verantwortungsbewusstsein hast du deine Lebensgewohnheiten und deinen Charakter dahingehend hinterfragt, ob ein Hund in dein Leben passt. Über Hundeerziehung hast du schon vieles gelesen, obwohl noch kein Vierbeiner fröhlich durch deinen Haushalt wuselt. Inserate in der Zeitung oder auf Züchterwebseiten lassen dich schon regelmäßig in Verzückung geraten. Doch so richtig klick hat es noch nicht gemacht? Keine Panik. Du wirst deinen Hund erkennen! Sofort wenn du ihn siehst, wirst du wissen: Das ist er! Lass ihn zu dir kommen.

Seine Augen werden es dir sagen. Der Blick wird dich mitten ins Herz treffen und dann sind Überlegungen wie Fellfarbe oder Rasse, die du bereits angestellt hattest, völlig egal. Oder du schaust im Tierheim nach Hunden und bist optisch von einem total angezogen und dann kommt ein anderer und schleckt deine Hand. Diese Geste wird dich anrühren und deine Entscheidung mehr beeinflussen, als ein Stammbaum oder die richtige Fellfarbe. 

Besonders der Einzug deines ersten Hundes will gut überlegt sein. Hattest du schon einen Hund, profitierst du von den Erfahrungen die du schon hast. Und vielleicht hättest du dir gewünscht, die Denkanstöße die du hier findest, vor der Anschaffung bekommen zu haben.

Fest steht die erste gemeinsame Zeit wird vor allem durch die Hundeerziehung geprägt. Und je intensiver du dich deinem Welpen widmest, desto mehr Freude werdet ihr bei euren gemeinsamen Abenteuern haben. 

Gibt es die perfekte Methode für die Hundeerziehung eines Welpens?

Um die Hundeerziehung ranken sich viele Mythen. Fast machen sich religiöse Züge in den Anhängerschaften der einzelnen Erziehungsmethoden bemerkbar. Einige namhafte Trainer haben es in Funk und Fernsehen weit gebracht und finden ihre Fans, aber auch ihre Gegner. 

Was in der Hundeerziehung eines Welpen nicht aus dem Auge verloren werden darf, ist das kleine Wesen mit einem eigenen Charakter und Wesensmerkmalen, die ihm rassebedingt mitgegeben sind. Hundeerziehung kann daher niemals ein Akt nach Schema F sein, bei dem Punkt für Punkt abgearbeitet wird. Der Welpe mit seinen Eigenheiten muss gesehen und ein Erziehungsplan auf ihn angepasst werden. 

Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde der Hundeerziehung gar nicht so viel Aufmerksamkeit gewidmet und die meisten Hunde waren trotzdem irgendwie erzogen. Es hat sich so ergeben. Dabei haben sich die Welpen den Menschen und Lebensumständen angepasst. Ein Hund auf dem Bauernhof bellte halt, wenn der Postbote kam, ließ Menschen nur aufs Gehöft, wenn der Halter dies erlaubt. Die Stubenreinheit erübrigte sich zum Teil, weil die Hunde ohnehin nur draußen waren. 

Dass sich der Blick auf die Hundeerziehung der Welpen so gewandelt hat, hat vor allem damit zu tun, dass Hunde heute überall dabei sein sollen. Beim Sport, beim Arbeiten, im Urlaub und nicht selten auch im Bett des Halters schlafen dürfen. Und unter diesen Gesichtspunkten hat es einfach Vorteile, wenn der Welpe eine gewisse Hundeerziehung genossen hat.

Jeder Hund ist nur so gut erzogen, wie sein Halter

Zur Hundeerziehung eines Welpen gehört Konsequenz und Motivation. Ohne Ausdauer und Geduld, die der Halter aufbringen muss, kann Hundeerziehung nicht gelingen. Einmal die Woche zur Hundeschule zu gehen, reicht nicht aus. Der Trainer gibt nur Tipps, wie bestimmte Dinge eingeübt werden können und die Hundeschule ist der Treffpunkt zum Austausch und zum Testen, ob die gewünschten Trainingsergebnisse auch unter starker Ablenkung durch Artgenossen erbracht werden. Was ein Hund wirklich lernen kann und wird, entscheidet sich an den anderen 6 Tagen der Woche. Es richtet sich danach, ob der Halter täglich übt, konsequente Vorgehensweisen einhält und feste Befehlswörter vergibt. Komm muss Komm bleiben und kann nicht mal Komm her oder Hier her werden. Der Hund will und muss sich auf seinen Halter verlassen. Das kann er nicht, wenn es heute Hüh und morgen Hott geht. 

Es ist sinnvoll, sich eine Liste anzulegen, auf der notiert ist, was der Hund lernen soll und wie der Befehl dazu lauten soll. Diese Befehle sollten alle Personen kennen und verinnerlichen, die mit dem Hund zu tun haben werden. Damit der Hund weiß, dass er gemeint ist, kann der Name in den Befehlt eingebaut werden.

Aussehen kann so eine Liste beispielsweise so:

 

Übung

Befehl

Zum Menschen kommen

Name HIER

An der Straße/ Ampel  stehen bleiben

Name STOP

An der Straße/ Ampel weiter gehen

Name KOMM

Hinsetzen

Name SITZ

Hinlegen

Name Platz

Warten bis er ans Futter darf oder bis der Mensch zurück kommt

Name Bleib

Auflösung von Übungssituationen

Name SUPER

Aufhören zu bellen

Name STILL

Die Wörter können frei gewählt werden. Statt Platz kann es auch heißen Plumps um! Wichtig ist nur, dass es dann immer so heißt.

Hundeerziehung ist keine Dressur

Ein gut erzogener Welpe kennt Befehle und befolgt sie. Grundübungen sind Komm, Sitz, Platz, Bleib. Es gibt Herangehensweisen, die einem Welpen die Aneignung dieser Kenntnisse erleichtern. Kunststücke einzuüben ist ein netter Zeitvertreib, sollte aber erst dann in Angriff genommen werden, wenn die Grundkommandos richtig sitzen. 

Auch ein richtig gut erzogener Welpe braucht einmal Freiräume, in denen er eine Zeitlang machen kann, was er will. Die können ihm auf einer Wetzwiese oder im Hundeauslauf geboten werden. Wenn der Hund Sozialverhalten und Grundkommandos antrainiert bekommen hat, wird er diese Freiräume auch nicht über Gebühr strapazieren. Freiraum muss auch nicht bedeuten, dass er ohne Leine unterwegs sein muss. Es bedeutet lediglich, Zeit zum Schnuppern, buddeln und laufen nach eigenem Tempo.

Die Erziehung eines Welpen beginnt bereits beim Züchter 

Sobald ein Wurf angekündigt ist, gehen verantwortungsbewusste Züchter an interessierte Menschen heran und versuchen, die Welpen in liebevolle und gute Hände zu vermitteln. Der Idealfall ist, wenn sich Züchter und zukünftige Halter schon auf den Namen einigen und der kleine Welpe diesen bereits sehr sehr oft zu hören bekommt. Das erleichtert später in der Hundeerziehung das Abruftraining. 

Ein Welpe sollte auch die Leine schon kennen, damit er bei Abholung ins neue Heim nicht denkt, dass er mit dem Strick des Verderbens von der Mutter fortgezerrt wird, sondern weiß: „Oh, an der Leine komme ich an Orte, die gut riechen und ich darf ausgiebig schnuppern.“ 

An Alltagsgeräusche wie Staubsauger, Türklingel oder Fernseher wird der Welpe ebenfalls bereits beim Züchter gewöhnt. Wenn der Züchter die Befehlsliste kennt, kann er die Kommandos verwenden. Besonders wichtig wird dies für das Aufhören mit Bellen sein, hier früh anzusetzen.

Übrigens wirken sich Besuche beim Welpen bereits positiv auf die Bindung an seine neuen Menschen aus. Wer nah dran wohnt, kann täglich kleine Übungseinheiten einlegen, sobald der Welpe ein paar Minuten von seiner Mama getrennt werden kann.

Positive Bestärkung

Ja – dieser Begriff ist arg überstrapaziert und führt mitunter zu absurden Freudentänzen vor Hundehaufen. Nicht jedem ist das Selbstbewusstsein gegeben, sich in der Öffentlichkeit so aufzuführen. Das ist auch gar nicht nötig. Positive Bestärkung ist auch ein leises Lob (bekanntlich haben Hunde ohnehin ein sehr gutes Gehör) oder zugestecktes Leckerli. Wichtig ist es jedoch, positives Verhalten auch zu belohnen. Und warum dies eben auch beim Kot absetzen Sinn machen kann, weiß jeder Hundehalter, der es eilig hat und der Hund sich einfach nicht überwinden kann, den Darminhalt herzugeben. Auch für die kleinen und großen Geschäfte können Kommandos eingeübt werden. Das erleichtert den Alltag ungemein, wenn der Hund beispielsweise mit ins Büro darf, aber nicht die ganze Mittagspause dafür drauf gehen soll, dass er den perfekten Platz für seine Exkremente findet. Hundehalter in Städten können den Hund dahingehend trainieren, dass er sich in unmittelbarer Nähe von Müllkörben entleert, damit sie die Kotbeutel nicht spazieren führen müssen. 

Leckerlis locken übrigens nicht jeden Welpen. Und gerade bei Übungen draußen, können andere Belohnungen sinnvoller sein, um gleich deutlich zu machen, dass draußen nichts gefressen wird. Giftköder sind leider an der Tagesordnung und Hundetrainer bieten gezielte Trainings an, um Hunden das Fressen von herumliegenden Sachen abzugewöhnen. Dem stehen Halter gegenüber, die ein Spiel darin sehen, Leckerlis auszuwerfen und die Hunde diese draußen suchen und fressen zu lassen. Davon ist abzuraten, auch wenn es noch so viel Spaß macht. Zumal das mit Spielzeug genau so funktionieren würde. 

Belohnungen können Knuddeln, kleine Spiele oder das Zurückschicken in Situationen aus denen der Hund abgerufen wurde, sein. 

Kommunikationstraining für Hundehalter

Um einen Welpen zu erziehen, muss der Halter verstehen, was sein Hund ihm sagen will. Schwanzwedeln bedeutet nicht immer Freude und Knurren nicht immer Ärger oder Wut. Pöbeln kann bei einem Welpen richtig süß aussehen. Wird Pöbeln nicht als solches erkannt, wird der Hund unbewusst darin bestärkt. Es ist daher sinnvoll, sich mit der Körpersprache des Hundes vertraut zu machen, um einschätzen zu können, was genau der kleine Frechdachs gerade im Schilde führt oder ob er vielleicht gerade um Hilfe ruft.

Der Hund spricht durch Laut- und Körpersprache. Über die Nase nimmt er zusätzliche Infos auf und kann durch den eigenen Geruch auch Signale entsenden. Denken wir nur an die heißen Tage der Hündinnen, die einen Rüden  an den Rand des Wahnsinns treiben können, ohne dass er die läufige Hündin auch nur sieht. Zum Glück ist das bei Welpen noch kein Thema in der Anfangszeit. 

Die Kunst für uns Menschen ist es, die ausgesendeten Signale des Hundes zu deuten. Das ist lernbar, indem wir intensiv beobachten und es unterlassen, diese Signale in unsere Menschensprache zu übersetzen. Denn der Hund denkt und fühlt nicht wie ein Mensch. So mancher Halter interpretiert Verhaltensweisen aber so und ein Missverständnis ergibt das nächste. 

Die Kommunikation zusammen bringen

Vielmehr müssen wir uns darauf konzentrieren, unsere Kommunikation so zu gestalten, dass der Welpe sie für die Hundeerziehung nutzen kann. In gebückter Haltung auf die Schenkel klopfen, den Namen quietschen und den Befehl hinterher zu trällern, wird letztendlich eher einen Erfolg bringen, als Geschrei und Drohgebärden. 

Ein Hund hat ein wesentlich besseres Gehör als wir Menschen, trotzdem kann es sein, dass er aufgrund der Entfernung auch einmal etwas nicht gleich hört. Unsere Körpersprache dann einzusetzen ist durchaus sinnvoll. Die Handzeichen sollten jedoch ohne Hektik ausgeführt werden, antrainiert und bekannt sein. 

Neue Befehle

Ein Welpe kann nicht alles auf einmal und in kurzer Zeit lernen. Eine Prioritätenliste bei den Befehlen ist daher ganz sinnvoll. 

Neue Befehle muss der Welpe in der Hundeerziehung erst lernen. Dazu wird er behutsam an den Befehl herangeführt. Manchmal macht es Sinn, sich die einzelnen Schritte eines Vorgangs zu verdeutlichen und einen Befehl in schrittweise Aufforderungen zu gliedern. Gern genutzt wird dies bei Sitz und Platz oder auch beim Apportieren. Die wenigsten Hunde holen auf Anhieb ein fortgeworfenes Spielzeug und bringen es zurück. Und wenn doch, dann geben sie es nicht gleich ab. Das kann schrittweise trainiert werden, bis der Endbefehl sitzt und dann auf diesen reduziert werden. 

Unbewusste Bewegungen des Welpen können für die Hundeerziehung sinnvoll genutzt werden. Sagt der Mensch beispielsweise immer, wenn der Hund sich schüttelt, ein bestimmtes Wort, so wird der Hund sich später bei diesem Wort ggf. bewusst schütteln. Dies macht Sinn, wenn die Gassirunde nass und schmutzig war oder Hund mit ins Büro geht. Dreck wird vor der Tür ausgeschüttelt .